Ablegerbildung und Königinnenzucht
Die Vermehrung der Bienenvölker kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen.
Zwei davon möchte ich hier vorstellen:
- Ablegerbildung durch Brutableger
- Ablegerbildung mit Königin
ABLEGER DURCH BRUTABLEGER
Als erstes sucht man sich ein gutes Bienenvolk das sanftmütig, wabentreu und im Honigertrag über dem Durchschnitt des Standes liegt. Notwendig für einen Ableger ist: eine Beute mit 5 oder 10 Waben, 2 Waben mit verdeckelter Brut, 1 Wabe mit Stiften d. h. mit Eiern oder 1-2tägigen Maden und 2 Futterwaben. Der restliche Platz (bei der 10 Waben Beute) wird mit Mittelwänden aufgefüllt. Man muss darauf achten, dass bei den Brutwaben, die man dem Volk entnimmt, die Königin nicht dabei ist. Die Waben müssen wie folgt angeordnet werden: Brutwaben in die Mitte, rechts und links davon die Futterwaben den Rest bilden Mittelwände. Aus den Maden werden sich die weisellosen Bienen eine eigene Königin ziehen. Soll der Ableger am gleichen Stand aufgestellt werden, sollte man noch die Bienen von 2 Brutwaben mit in den Ableger fegen. Bei Verstellung des Ablegers reichen die auf den Waben ansitzenden Bienen aus. Der Ableger wird dann in ca. 3-4 km Entfernung vom Stand aufgestellt und nach ca. 25 Tagen haben sich die Bienen eine eigene Königin nachgezogen. Wenn diese in Eilage geht, wird sie das Volk weiter aufbauen.
Der Ableger sollte in der Zeit von Mai-Juni erstellt werden, da zu einem späteren Zeitpunkt nicht genug Drohnen vorhanden sind, um die Königin ausreichend zu begatten.
Der Königinableger funktioniert im Prinzip genau so wie oben beschrieben, nur das nach 24 Stunden eine möglichst schon begattete Königin zugesetzt wird und diese sofort damit beginnen wird, Eier zu legen. Damit erspart man sich die Wartezeit und braucht keine offene Brut in den Ableger zu bringen. Die Erstellung des Königinablegers kann auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, da keine Drohnen zur Begattung notwendig sind.
KÖNIGINNENZUCHT
wie bei den Ablegern, sollte man sich auch bei der Zucht der Königinnen vorher überlegen, welches Volk man zur Zucht benutzt und aus welchem Volk der Zuchtstoff (Maden) entnommen werden soll.
Folgende selektiven Merkmale sollten beim Zuchtstoff liefernden Volk berücksichtigt werden:
- die Bienen sollten Wabentreu sein (das heisst, dass die Bienen beim Wabenziehen auch darauf sitzen bleiben und nicht auffliegen oder angriffslustig sind)
- das Volk sollte einen hohen Honigertrag haben (es wird immer gemessen am Standdurchschnitt)
- das Volk sollte natürlich sanftmütig sein, Stecher sollten nicht vermehrt werden
- auf Merkmale die Reinzüchter bewerten wie z.B. Flügelindex , Farbe des Haares oder Bindenbreite möchte ich nicht weiter eingehen. Die Völker sollen bei mir gut bearbeitbar sein, Ertrag bringen und möglichst viel Freude machen.
- Ich möchte also die Zucht der Königinnen im weiselrichtigem Volk beschreiben,die meiner Meinung nach,nicht viele aber dafür sehr grosse und vitale Königinnen hervorbringt.
- das Pflegevolk sollte sehr stark sein,damit eine gute Pflege gewährleistet ist
- am Besten ist eine mehrjährige Königin (2-3Jahre)
- man benutzt einen Rähmchenoberträger des jeweiligen Standmaßes und gelbe, konisch geformte Plasikweiselnäpfchen
- der Honigraum wird durch ein Absperrgitter von den Brutraumzargen getrennt
- als Erstes wird ein Rähmchenoberträger (genannt Zuchtlatte) mit 10-12 Weiselnäpfchen bestückt und ca. 24 Stunden in den Honigraum gehangen
- die Zuchtlatte wird dann entnommen und die bereits angepflegten Näpfchen werden mit eintägigen Larven bestückt, danach wird sie wieder in den Honigraum zurück gehängt
- wichtig ist jetzt, dass rechts und links der Zuchtlatte eine offene Brutwabe eingehängt wird, dadurch werden die jungen Königinnen besonders gut gepflegt
- alternativ kann man die Zuchtlatte aber auch in die zweite Brutraumzarge einhängen, man sollte aber dann die Königin auf die erste Zarge absperren
- sobald die Zellen gedeckelt sind (5.Tag nach Umlarvung) werden sie gekäfigt, damit nicht eine evtl. früher geschlüpfte Königin die gesammte Zucht vernichtet oder die Bienen bei guter Tracht alles mit Waben zubauen und dann alle Arbeit umsonst war
- die gekäfigten Königinnen kommen dann in einen Hürdenrahmen und werden bis zum Schlupf (12.Tag nach Umlarvung) in das Volk zurück gehängt
- mit den Königinnen werden dann entweder Begattungsvölkchen gebildet die auf eine Belegstelle verbracht werden oder die noch unbegatteten Königinnen werden zur Beweiselung von Ablegern hergenommen
